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Biografie

Irena Brežná – Schriftstellerin, Publizistin, Slawistin und interkulturelle Vermittlerin. Geboren 1950 in Bratislava, seit 1968 in der Schweiz.

Porträt Irena Brežná

Kurzbiografie

Irena Brežná wurde 1950 in Bratislava geboren. Sie ist Schriftstellerin, Publizistin, Slawistin und interkulturelle Vermittlerin. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings emigrierte sie 1968 mit ihren Eltern in die Schweiz, wo sie an der Universität Basel Slawistik, Philosophie und Psychologie studierte.

Sie ist Mutter zweier Söhne und lebt in Basel.

Herkunft und Exil

Irena Brežná wuchs in Bratislava in einer intellektuellen Familie auf. Als im August 1968 Truppen des Warschauer Pakts die Tschechoslowakei besetzten und den Prager Frühling niederschlugen, floh die damals 18-Jährige gemeinsam mit ihren Eltern in die Schweiz. Diese Erfahrung des Exils, des Fremdseins und der erzwungenen Entwurzelung prägt ihr gesamtes Werk.

In Basel studierte Brežná Slawistik, Philosophie und Psychologie. Das Deutsche, das sie als Einwanderin lernte, wurde zur Sprache ihres Schreibens – eine bewusste Wahl, die sie immer wieder literarisch reflektiert hat.

Als Journalistin

In den 1990er Jahren arbeitete Irena Brežná als Kriegsreporterin. Sie reiste mehrfach nach Tschetschenien und berichtete über den ersten Tschetschenienkrieg (1994–1996), über das Schicksal der Zivilbevölkerung und insbesondere der Frauen. Diese Reportagen erschienen in Schweizer Medien und wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Theodor-Wolff-Preis (2002) und dem EMMA-Journalistinnenpreis.

Sie berichtete auch aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Moldova, Polen, Kosovo und anderen Krisengebieten des postkommunistischen Osteuropas. Als Journalistin interessierte sie stets die menschliche Dimension politischer Umbrüche.

Als Schriftstellerin

Irena Brežná verfasste zehn Bücher – Romane, Erzählungen, Essays und Reportagen – die in dreizehn Sprachen übersetzt wurden. Ihr Werk kreist um die Themen Exil, Migration, Sprache, Identität und Menschenrechte. Mit dem Roman «Die undankbare Fremde» (2012) erzielte sie internationale Anerkennung und gewann den Schweizer Literaturpreis 2012.

Ihr jüngstes Buch, «Wie ich auf die Welt kam – In der Sprache zu Hause» (Rotpunktverlag, 2018), ist ein Sammelband aus Essays und Reportagen, der fünfzig Jahre Schaffen und Leben zusammenfasst.

Engagement

Irena Brežná ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und engagiert sich seit Jahrzehnten für verfolgte und inhaftierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller weltweit. Dieses Engagement wurde 2021 mit dem Hermann-Kesten-Preis des PEN-Zentrums Deutschland gewürdigt.

Sie arbeitete auch als Psychologin, Dolmetscherin und Russischlehrerin sowie als humanitäre Helferin. In all diesen Tätigkeiten blieb das Schreiben ihr zentrales Ausdrucksmittel und ihr politisches Instrument.

Auszeichnungen (Auswahl)

Irena Brežná erhielt insgesamt fünfzehn Preise für Literatur und Journalismus in Deutschland, der Schweiz und der Slowakei. → Vollständige Liste der Auszeichnungen