Irena Brežná erhielt fünfzehn Auszeichnungen für Literatur und Journalismus in Deutschland, der Schweiz und der Slowakei.
ImpressionenAm 11. Dez. 2024 zum 30. Jahrestag des Kriegsbeginns in Tschetschenien seitens des kolonialen Russlands wurde mir der Orden Druschba (Freundschaft) vom Präsidenten der tschetschenischen Exilregierung Itschkeria Achmed Zakajev verliehen, zusammen mit anderen zehn Freunden des tschetschenischen Volkes wie André Glucksmann, Vladimir Bukovsky, Petra Prochazkova. Es ist für mich eine große Ehre. Danke.
Die Preisverleihung fand am 1. November 2021 im Basler Rathaus statt.
Aus der Begründung der Jury:
Der Regierungsrat ehrt die national und international bereits mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin, Journalistin und Publizistin Irena Brežná und ihr umfassendes kulturelles Engagement.
Mit Irena Brežná ehrt der Regierungsrat eine literarische und journalistische Stimme, die sich seit Jahrzehnten für die Menschenrechte einsetzt. Zentrale Themen in ihrem in viele Sprachen übersetztem Werk sind Spielarten des Unrechts, der Fremde – und was daraus wachsen kann. Die Autorin scheut sich nicht, mit kritischer Stimme – in deutscher Sprache – Reizthemen wie Zuwanderung und Integration, das Spannungsverhältnis von Anpassung und Widerstand oder das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft aufzugreifen.
Die Bedeutung von Irena Brežnás Werk zeigt sich nicht nur in den zahlreichen Übersetzungen ihrer Bücher, sondern auch in ihrer mehrfachen Auszeichnung mit Literatur- und Publizistikpreisen. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit ist sie in Basel regelmäßig als Dolmetscherin am Gericht, an Schulen und in Kindergärten tätig. Außerdem diskutiert sie an Schweizer Gymnasien mit Schülern und Schülerinnen die Themen Einwanderung sowie Dialekt und Hochdeutsch. Diese Verschränkung von Leben und Schreiben, das Ineinandergreifen von journalistischem und literarischem Schreiben – und nicht zuletzt die Reflexion über ihr Verhältnis zu Sprache und Schreiben macht das Besondere ihres Werks aus.
v.r. Barbara Krohn, Irena Brežná, Günter Wallraff, Deniz Yücel, zwei Sitze weiter Cem Özdemir und Michel Friedman
Das PEN-Zentrum Deutschland e.V. verleiht den Hermann-Kesten-Preis 2021 an Irena Brežná und ehrt damit eine Schriftstellerin und mutige Journalistin, die in ihren Essays, Reportagen und Erzählungen den von der Welt Vergessenen, den Verfolgten, Inhaftierten und Exilierten eine Stimme gibt. Die Autorin, eine Sprachwanderin und Weltengängerin, versteht das Schreiben immer als zugleich poetischen wie politischen Akt gegen Gewalt, Willkür und für die Menschenrechte. Ihr moralischer Kompass orientiert sich an der Freiheit des Wortes ganz im Sinne der Charta des Internationalen PEN.
Denis Yücel, Präsident · Heinrich Peuckmann, Generalsekretär
«Mit Irena Brežná ehren wir nicht nur eine Schriftstellerin, deren Werk durch die eigenen Migrationserfahrungen geprägt ist, sondern vor allem eine engagierte Autorin, die sich Zeit ihres Lebens unermüdlich für Gerechtigkeit und Freiheit eingesetzt und den Dissidenten und Verfolgten in Osteuropa eine Stimme gegeben hat. Mit ihren eigenen Texten kämpfte sie beharrlich gegen das Gebot des Schweigens und des Nichthandelns. Literatur als politisches Statement, sprachbewusst und sprachmächtig zugleich.»
Ralf Nestmeyer, Vizepräsident des deutschen PEN-Zentrums
Die Preisverleihung fand am 18. November 2021 im Staatstheater in Darmstadt statt.
Der Roman «Die undankbare Fremde» in slowakischer Übersetzung «Nevďačná cudzinka» stand auf der Shortlist des slowakischen Literaturpreises Anasoft litera 2016.
Der Dominik-Tatarka-Preis ist eine renommierte literarische Auszeichnung in der Slowakei und wird dem Autor, der Autorin für ein außergewöhnliches Werk verliehen, das die humanistischen Traditionen der slowakischen Kultur erfüllt und in diesem Sinne an das geistige Erbe des Schriftstellers und Dissidenten Dominik Tatarka anknüpft.
Der Vorsitzende der Literaturjury Peter Zajac begründete die Wahl der Preisträgerin so:
«Der prosaische Text Die undankbare Fremde von Irena Brežná ist eine seltsame Geschichte einer jungen Frau, die 1968 aus der Tschechoslowakei in die Schweiz emigriert. Die Heldin sucht die Heimat in der Fremde und findet sie in der Innenwelt, in Hinterhöfen und nicht in den schönen Fassaden. ‹Zu Hause ist dort, wo sich der Mensch seine Hinterhöfe erschafft.› Und die Autorin ist nicht mehr im Exil, denn es gibt keinen Zaun. Die zweite Ebene des Romans, wo die Erzählerin Flüchtlingen, Abenteurern, kleinen Dieben dolmetscht, zeigt, dass der Mensch, der emigriert, auf eine Art behindert ist. Die ganze Palette von Schicksalen sind aktuell. Aber das würde nicht genügen. Der Dominik-Tatarka-Preis ist eine Auszeichnung für eine außergewöhnliche Leistung, und dieser Roman ist sehr innovativ und mit großer Kraft geschrieben. Zudem wird der Dominik-Tatarka-Preis nicht nur für ein Werk, sondern stets auch für gesellschaftliches Engagement verliehen.»
Peter Zajac, Vorsitzender der Literaturjury
Die Preisverleihung fand am 14. März 2016 in Bratislava statt.
Aus der Preisbegründung der Literaturjury, 2012 in Bern:
«Fremdsein als Heimat – zu dieser inspirierenden Formel gelangt Irena Brežnás temperamentvolle Erzählerin ganz am Schluss. Eine Erzählerin mit zwei Stimmen: Die eine gehört der Vergangenheit des jungen Mädchens, das aus der Tschechoslowakei in die Schweiz kam und gleichzeitig von der Kindheit in die Adoleszenz trat; die andere der Gegenwart einer Dolmetscherin, welche den Behörden heutige Migrantenschicksale übersetzt und für die Leserschaft dieses Buchs in poetische Prosa gießt. Das Exil als paradoxe Metapher, wie durch eine Lupe gesehen, todernst, hochkomisch, tiefenscharf und berührend.»
Die Preisverleihung fand am 4. Dezember 2012 in Bern statt.
Aus der Würdigung der Jury:
«Irena Brežná hat sich mit einem großartigen literarischen Text vorgestellt - klug und witzig, nachdenklich und philosophierend über die Kindheit in der Epoche der Unfreiheit. Mit einer leichten Feder führt sie uns in die Zeit voller Absurditäten, gezielter Gemeinheiten, diktierter Ungemütlichkeiten, die in jedem von uns eingeschrieben sind, jedes mal anders. Das Buch kann man immer lesen, egal in welcher Zeit wir leben und egal auf welcher Seite wir es aufschlagen.»
Die Preisverleihung fand am 9. Dezember 2008 in Bratislava statt.
Begründung der Jury:
«Für hervorragende journalistische Leistung, journalistische Glanzstücke - brillant in Sprache, Stil und Form. Zeugnisse einer demokratischen und gesellschaftlichen Verantwortung.»
Kurratorium und die Jury des Theodor-Wolff-Preises: Rolf Terheyden, Dr. Helmut Herles
Der Text ist ebenfalls im Sammelband «Die Sammlerin der Seelen», Aufbau-Verlag Berlin, 2003, erschienen.
Aus der Begründung der Jury:
«Die Jury war beeindruckt von der großen Leidenschaft und sprachlichen Virtuosität, mit der die Autorin in ihrem Brief an eine befreundete Kriegsfotografin die Gräuel des Tschetschenien-Krieges aufleben lässt...Beeindruckend auch die profunden Kenntnisse der Mentalitäten.»
Der Text ist ebenfalls im Sammelband «Die Sammlerin der Seelen», Aufbau-Verlag, 2003, erschienen.
Jury:
Präsidentin: Gunhild Kübler · Mitglieder: Herbert Cerutti, Esther Scheidegger, Margit Weinberg Staber, Urs Widmer
Aus der Begründung:
«Die Autorin schildert bewegend, dass selbst eine solch gut gemeinte Regelung (Weisung des Bundesamtes für Ausländerfragen vom 30. April 1999 für asylsuchende Personen aus Kosovo) Leid und Ungerechtigkeit nicht verhindern kann.(...) Der Artikel zeigt einmal mehr, dass die im Flüchtlingswesen als notwendig empfundenen nationalen Restriktionen immer auch inhumane Aspekte haben. Ein Dilemma, das ratlos und traurig macht.»
Der Text ist ebenfalls im Sammelband «Die Sammlerin der Seelen», Aufbau-Verlag, 2003, erschienen.
Begründung der Jury:
«Ce prix constitue un témoignage d'estime pour une ouvre qui se distingue par son originalité et par la manière dont elle suscite la solidarité internationale.»
Gilbert Rist, Président de la Fondation · Ruth-Gaby Vermot-Mangold, Membre et coordinatrice du Jury, Genève, 30 mai 1989
Der Text ist ebenfalls im Sammelband «Karibischer Ball» unter dem Titel «Brief an meinen schwarzen Sohn» erschienen.