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GÄSTEBUCH
BIRO & BARBARA
Jugendbuch „Biro und Barbara“, mit dem Ko-Autor Alpha Oumar Barry,
Zytglogge Verlag Bern 1989,
nur noch über die Autorin erhältlich.
12 Sfr. mit Porto.  

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Rezensionen:
Ein weisses Mädchen und ein schwarzer Junge befreunden sich spontan aus innerem Zusammengehörigkeitsgefühl. Das gibt ihnen Kraft, selbstständig zu werden. Das phantasiereiche Mädchen löst sich von seiner Mutter, der Junge trotzt seinem Vater und überwindet die magischen Vorstellungen seines Volkes. Die gemeinsamen Erlebnisse der beiden werden gegenwartsnah erzählt; erst am Schluss, mit dem Plan, im verbotenen Heiligen Wald Kinderkonferenzen abzuhalten, kippt die Geschichte ins Utopische. Reizvoll ist, dass zwei Autoren sie gemeinsam verfasst haben....Darum wirken die Menschen in ihrem Denken und Handeln echt.
E. Ritter

Während einer Afrikareise mit ihrer Mutter begegnet die weisse Barbara dem schwarzen Knaben Biro. Daraus entwickelt sich eine kindliche Freundschaft, trotz der verschiedenartigen kulturellen Herkunft der beiden. Diese Auseinandersetzung, welche zu einer verständnisvollen Annäherung und zu gegenseitigem Akzeptieren führt, ist faszinierend. Entlarvend dabei auch die Erwachsenenhaltung, welche der Unbekümmertheit der Kinder im Wege zu stehen droht...Eine spannende Geschichte.
  Der Kern der Geschichte, das Ausbrechen zweier Kinder aus starren Regeln, ihr Sieg über eine ganze Meute scheinbar unbelehrbarer oder bösartiger Erwachsener in den politischen Spannungen der Gegenwart, wäre sehr unwahrscheinlich und illusionär, ja irreführend, wenn es den Verfassern, einer in der Schweiz lebenden Slowakin und einem schwarzen Guineer (beide Emigranten) nicht so hervorragend gelungen wäre, der Sprache des Mädchens und des Jungen, die sie wechselseitig vertreten, und ihren Erlebnissen ein unwiderstehliches poetisches Flair zu geben. Dieses phantastische Element macht die „Glaubwürdigkeit“ der Geschichte aus, sie gibt der Utopie eine Authentizität, die die Realität (noch) nicht haben kann. Doch sie zeigt, dass es der Unmittelbakeit, der Kreativität, der Unbeirrbarkeit der Kinder bedarf, um sie der Erfüllung näher zu bringen. Eine nicht ganz einfache Lektüre für Kinder ab 10 Jahren, die auf die Probleme in Schwarz-Afrika aufmerksam macht. Geeignet auch für ältere Leser als Diskussionsanstoss.
Ottilie Dinges

 Das von Irena Brezna und Alpha Oumar Barry gemeinsam verfasste Buch „Biro und Barbara“ wendet sich gleichermassen an Kinder wie auch an erwachsene Leser. Im gemeinsamen Verfassen des Buches findet eine Begegnung zwischen europäischer und afrikanischer Erlebnis- und Gedankenwelt ihren reizvollen literarischen Ausdruck...In der mehr episodisch als in fortlaufendem Erzählgang angelegten Geschichte kommt immer wieder die Hinwendung zum Abenteuerlichen und Elementaren zum Ausdruck - wenn auch in verhaltenen und gleichsam sübtilen Ausformungen. So ist dem Buch auch ein feiner und wissender Humor eigen, der sich in hintergründigen Fragen äussert, etwa so: „Können Frösche Doppelgänger von Menschen sein?“ Es ist dies jene Art von Humor, die oft schon dem Kind eigen ist, und die ihre Kraft mehr aus der unverstellten Anschaung der Dinge bezieht, als etwa aus assoziativen Konstruktionen. Von der Erzählung geht ein poetischer Zauber aus - wie er bisweilen in alten Kinderbüchern zu finden ist, in denen Träume und alltägliche Erlebnisse sich überschneiden. Dies kommt insbesondere in den Landschafts- und Naturschilderungen zum Ausdruck, die durch ihre klare und schöne Linienführung bestechen.
Hanns Schaub

So fragwürdig es ist, dass wir unser Wissen über das Leben in afrikanischen Ländern immer noch von Europäerinnen und Europäern vermittelt erhalten, so schwierig ist es meist, Bücher von afrikanischen Autorinnen und Autoren ohne zusätzliche Informationene zu verstehen.
Als Beispiel dafür mag „Biro und Barbara“ gelten - ein Kinderbuch, das die in der Schweiz lebende Slowakin Irena Brezna gemeinsam mit dem in Paris lebenden Westafrikaner Alpha Oumar Barry geschrieben hat. Ein weisses Mädchen reist für kurze Zeit mit seiner Mutter in eine afrikanische Stadt und begegnet einem schwarzen Jungen. Die beiden streifen gemeinsam durch die Umgebung und tauschen dabei viel über ihre Kultur aus. Biro gibt Rätsel auf und erzählt ein Märchen. Im Verhalten der Erwachsenen ihnen gegenüber spiegeln sich die verschiedenen Kulturen, aus denen sie kommen. Die Kinder lehnen sich auf gegen die Rassentrennung, die ihnen die Erwachsenen aufzwingen wollen, sie träumen von einer Konferenz mit Kindern aus aller Welt.
Dieses poetische, nicht der Realität verpflichtete Buch ist recht anspruchsvoll zu lesen. Es verlangt, dass man sich auf das Fremdartige einlässt, dass die Widersprüche - zum Beispiel die verschiedenen Erziehungsgrundsätze der afrikanischen und der europäischen Eltern - ertragen werden. Die vorliegende Auswahl von Kinder- und Jugendbüchern macht klar, dass die Auseinandersetzung mit Fremdem, trotz der Faszination, die es ausüben kann - immer auch schmerzlich, aufwühlend und anstrengend sein kann.
Blanca Steinmann