Irena Brežná, geboren 1950 in der Tschechoslowakei. 1968 Emigration in die Schweiz. Journalistin, Schriftstellerin, Slawistin, Psychologin, Menschenrechtlerin. Zuletzt erschienen ihre autobiographisch gefärbten Romane „Die beste aller Welten” und “Schuppenhaut”. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. EMMA-Journalistinnenpreis und Theodor-Wolff-Preis für ihre Kriegsreportagen aus Tschetschenien. Im März
erscheint bei Galiani in Berlin der Roman "Die undankbare Fremde".
Lange Biografie:
Irena Brežná, geboren 1950 in Bratislava, aufgewachsen in Tren?ín, Abitur in Bratislava. 1968 Emigration mit den Eltern in die Schweiz. 1975 lic.phil. in Slawistik, Philosophie und Psychologie an der Universität in Basel. Deutschsprachige Journalistin und Schriftstellerin, Psychologin bei Forschungsinstituten in München und Basel, Russischlehrerin, Dolmetscherin bei Schweizer Behörden und Menschenrechtlerin. Regelmässige Veröffentlichungen in der Schweizer Presse: Neue Zürcher Zeitung, Berner Zeitung, Tages-Anzeiger, Das Magazin, Basler Zeitung, Annabelle, WOZ, Spick, Weltweit, u.a., in Deutschland: Freitag, Merian, Frankfurter Rundschau, Zeit-Magazin, Süddeutsche Zeitung, Berliner Zeitung, Badische Zeitung, Aus Politik und Zeitgeschichte u.a., in der Slowakei: Aspekt, SME, OS, Kulturny zivot, Pravda. Im Kalten Krieg als Schweizer Korrespondentin des slowakischen Senders Free Europe, BBC und Deutsche Welle. Für den deutschsprachigen Rundfunk DRS und WDR3 regelmässige Beiträge: Reportagen, Essays und ein Hörspiel. Zehn Preise für Publizistik und Literatur in Deutschland, in der Schweiz und der Slowakei – zuletzt 2008 Preis für das beste Buch des Jahres des slowakischen Schriftstellerverbandes OSS, 2001 EMMA-Journalistinnepreis und 2001 Theodor-Wolff-Preis (siehe Preise). 1996 nimmt sie mit einer Reportage über die russische Mafia am Publizistikwettbewerb in Klagenfurt teil. Mehrfach Werkbeiträge von Schweizer Kulturinstitutionen: Pro Helvetia, Literaturkommission der beiden Basler Kantone, UBS-Kulturstiftung. Beiträge in deutschsprachigen Literaturzeitschriften: Transatlantik, Drehpunkt, Kafka, Salz, Podium, Neue deutsche Literatur, Literatur und Kritik, Torso, Entwürfe, Individualität, Der Alltag, Zündschrift, Passagen, Du, Poesie, in der Slowakei: Ticha voda, Slovenske pohlady, Romboid, Rak. Lange Interviews mit ihr im deutschen Rundfunk - u.a. Radio Bremen (Link), Deutschlandfunk, Sendung Doppelkopf beim Hessischen Rundfunk.
Sie engagiert sich unentgeltlich in verschiedenen Bereichen: Als Koordinatorin von Schweizer Gruppen der Gefangenenhilfeorganisation Amnesty International in den 70-er und 80-er Jahren für die Freilassung sowjetischer politischen Gefangenen. Sie hilft Oppositionellen in Mittel- und Osteuropa, unterstützt die erste slowakische feministische Frauenzeitschrift Aspekt in Bratislava, macht Foundraising für das Moskauer Zentrum für die GULAG-Reform, Moskauer Warm Home für Flüchtlinge sowie humanitäre Fraueninitiativen in Tschetschenien u.a. Echo des Krieges und Frauenwürde in Grosny, sammelt Werke der Weltliteratur für eine Bibliothek in der guineanischen Stadt Mamou und Unterrichtsbücher für Schulen in ganz Guinea.
Während des Tschetschenienkrieges berichtet sie vor Ort sowie danach in über 80 Texten über die dort begangenen Verbrechen, über die Friedensarbeit der tschetschenischen Menschenrechtlerinnen und tritt mit ihnen an Veranstaltungen in Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich, in der Schweiz und in den USA auf. Während des Kosovo-Krieges arbeitet sie in der Kosovo-Beratungsstelle des Schweizerischen Roten Kreuzes in Basel.
Immer wieder thematisiert sie die Fremde und das Unrecht und setzt sich mit Entfremdung und Grenzüberschreitung auseinander und lebt die transkulturelle Selbstverständlichkeit.
Neun eigene Bücher:
1982 - Die erste Verarbeitung der slowakischen Kindheit und der Emigration: Slowakische Fragmente, Mondbuch-Verlag, Basel - der Text wurde für eine zweistündige Radiosendung im DRS geschrieben und erhielt 1983 den 1. Preis für Ausländerliteratur von der Universität Bern.
1989 - Mit dem quineanischen Autor Alpha Oumar Barry schreibt sie zusammen (Französich-Deutsch) das Jugendbuch Biro und Barbara, Zytglogge-Verlag, Bern, das sich auf eine poetische Art gegen Rassismus richtet.
1989 – 2010 - Über die versteckte Fremde der Psoriatiker erzählt der Liebesroman Schuppenhaut, eine vollständig überarbeitete Neuauflage, 2010, edition-ebersbach, Berlin. Die erste Fassung erscheint 1989 beim eFeF-Verlag, Zürich, unter dem Titel Die Schuppenhaut. In der Slowakei erschien der Roman unter dem Titel Psoriaza, moja laska, bei Archa, Bratislava, 1990.
1991 - Reportagen aus Afrika und Erzählungen über schwarz-weisse Begegnungen erscheinen im Sammelband Karibischer Ball, eFeF-Verlag, Bern. ??Der darin enthaltene “Brief an meinen schwarzen Sohn” erhielt den Preis gegen den Rassismus von der Eckenstein Stiftung in Bern.
1996 - Literarische Reportagen aus Mittel- und Osteuropa nach der Wende und Essays im Sammelband Falsche Mythen, eFeF-Verlag, Bern. ??Auf Slowakisch erschienen unter dem Titel Tekuty fetis (ergänzt durch andere Texte), bei Aspekt, Bratislava, 2005.
1997 - Kriegsreportagen aus Tschetschenien im Sammelband Die Wölfinnen von Sernowodsk, Quell-Verlag, Stuttgart. ?? Im Mai 2012 erscheinen auf Tschechisch alle grossen Reportagen und Essays aus Tschetschenien - eine Chronologie von 1996 bis 2011, Paseka Verlag, Prag.
2003 - Sammelband Die Sammlerin der Seelen, Unterwegs in meinem Europa, Aufbau-Verlag, Berlin. Es sind Texte über ein sich neu strukturierendes Ost- und Mitteleuropa, u.a. auch Tschetschenien.
2008 - Aus der Verarbeitung der kommunistischen Kindheit ensteht der Roman Die beste aller Welten, edition ebersbach, Berlin. Er kommt gleich auf die SWR-Bestenliste. Auf Slowakisch erscheint er unter dem Titel Na slepacich kridlach, Aspekt, Bratislava, übersetzt von Jana Cvikova, auf Tschechisch unter dem Titel Nejlepsie ze vsech svetu, Paseka, Prag, 2010, übersetzt von Jana Zoubkova.
2012 - Die eigene Emigrationserfahrung sowie die der heutigen Flüchtlinge fliessen in den Roman Die undankbare Fremde, Galiani, Berlin.
Beiträge in Sammelbänden und Anthologien:
1982 – Prosa “Comme un serpent sous une pierre” im Band “Voix de femmes en Russie”, Denoel/Gonthier, Paris.
1987 – Prosa “So kam ich unter die Schweizer” im Band “Fremd in der Schweiz, Texte von Ausländern”, Cosmos-Verlag, Bern.
1990 – Erzählung “Die letzte Sitzung” im Band “Die Sitzung, Sechzehn Geschichten, Schweizer Arbeiterliteraturpreis”, Edition Francke im Cosmos Verlag, Bern.
1991 - Essay “Nur spuren, schweigen, lächeln?”, im Band “Wenn Frauen wollen, kommt alles ins Rollen”, Zum Frauenstreiktag am 14. Juni 1991, Limmat Verlag, Zürich.
1992 – Essay “Rassismu in Osteuropa” im Leseheft zum Thema Rassismus, Bods, Bern.
1993 - Essay “Im Spiegel der Sprache, Weder im Exil noch zu Haus” im Band Öffnungszeit, Eine Publikation des Vereins Kunst&Exil, Basel.
1993 – Erzählung “Bokar, fils d`Amadou Oury” im Band “Histoire de l`Arche, Petite Anthologie de la Prose Slovaque Contemporaine”, Archa, Bratislava.
1994 - Essay “Im Spiegel der Sprache” im Band “Asyl und Aufenthalt, Die Schweiz als Zuflucht und Wirkungsstätte von Slaven im 19. und 20. Jahrhundert”, Helbing&Lichtenhahn, Basel und Frankfurt am Main.
1994 - Erzählung “Deutsch ist eine Art gutgeschnittenes Arbeitskleid”, in der Anthologie “Wie Laub von einem Baum, 29 Geschichten aus der Slowakei”, Gollenstein, Blieskastel.
1994 - Erzählung “Bokar” im Band “Grenzenlos, Europäische Literatur in Lüneburg”, Literaturbüro Lüneburg.
1995 – Essay “Sprachbilder” in der Publikation “Hörgeschädigten Pädagogik” im Rahmen der Turbenthaler Sozial- und Psychotherapietage 1995, Julius Groos Verlag, Heidelberg.
1997 – Essay “Sprachbilder” im Band “Sprachwechsel, Eine Dokumentation der Künstlergilde”, Esslingen am Neckar.
1997 – Erzählung “Der perfekte Tod” im Band “Grenzen sprengen, Texte von Schweizer Autorinnen und Autoren”, Wolfbach-Verlag, Zürich.
1998 – Prosa “Brief an meinen schwarzen Sohn” im Band “Blickwechsel, Die multikulturelle Schweiz an der Schwelle zum 21. Jahrhundert”, Caritas-Verlag, Luzern.
1998 – Prosa “Falls wir im Herbst den Schwalben folgen” im Band “Die Schweiz und die Fremden”, Universitätsbibliothek, Basel.
1998 – Erzählung “Eintagsfliege als Subjekt” im Band “Hoher Himmel, enges Tal, Schweizer Literatur(en)”, Stuttgart.
1999 - Essay “Gott ist ins deutsche Mutterland zurückgekehrt” in der Reihe “Europa erlesen”, im Band Siebenbürgen, Wieser Verlag, Klagenfurt.
2000 – Essays “Heimatsinne” und “Die Friedensstifter und die Kriegsfrauen” im Band “Der Gewalt auf der Spur”, OeME-Tagung, Biel.
2000 – Prosa “Den Schwalben folgen” im Band ch.eese Eine Zeitreise durch die Schweiz, Zürich.
2000 – Erzählung “Eintagsfliege als Subjekt” im Band “Sprachspiele”, CFD, Bern.
2000 - Essay “Global gegen den Krieg” in der Anthologie Schweizer Frauenliteratur “Herzschrittmacherin”, Zytglogge-Verlag, Bern.
2001 – Essay “Falsche Mythen” in der Reihe “Europa erlesen”, im Band Bratislava, Wieser Verlag, Klagenfurt.
2004 – Offener Brief “Über den Körper hinaus” im Band “Genozide und staatliche Gewaltverbrechen im 20. Jahrhundert, Innsbruck.
2005 - Essay “Der Hinterhof als Lebensentwurf” im Band “Fremde Frauen, Schritte ins Offene”, Evangelischer Frauenbund, Zürich.
2006 – Essay “Der Hinterhof als Lebensentwurf, Unterwegs von der Gemeinschaft zur Gemeinschaft” im Band “Ungefragt, Über Literatur und Politik, Wien.
2007 – Essay “Exil und Walhalla, ein kleines Lob der deutschen Sprache” im Band “Innsbrucker Wochenendgespräche”, Innsbruck.
2008 - Prosa “Emigration” im Band “Prager Frühling, Mythos und Realität, Erinnerungsbuch 1968-2008”, Publikation der Universität Basel.
2009 Erzählung “Flug der Hennen” in der Anthologie “Kindheit adieu”, edition ebersbach, Berlin.
2008 – Zwei Essays im Band “Europa im Tschetschenienkrieg – zwischen politischer Ohnmacht und Gleichgültigkeit”, ibidem, Stuttgart.
2008 - Erzählung “Rumjana und die Röte” in der Anthologie “Grenzen überschreiten, Ein Europa-Lesebuch, Kurzgesichten über Migration”, Andiamo-Verlag, Mannheim.
2008 - Erzählung “Saburas Dilemma” im Band “60 Jahre Menschenrechte – 30 literarische Texte”, Salis-Verlag, Zürich.
2010 - Erzählung “Der Junge in sein Schuh” im Sammelband “Der Schuh”, ugendverlag SJW, Zürich.
2010 - Erzählung “Maulwurf-Moritat” in der Anthologie zum 250. Hebel-Geburtstag "Unverhofftes Wiedersehen!", Klöpfer&Meyer, Tübingen.
2011 – Gespräch mit I.Brežná im Band “WortWelten, Positionen deutschsprachiger Gegenwartsliteratur zwischen Politik und Ästhetik”, U. Helmer-Verlag, Sulzbach.
In Vorbereitung 2012:
Erzählung “Liebe eines Lektors” in der Anthologie Globale Heimat.ch, Grenzüberschreitende Begegnungen in der
zeitgenössischen Literatur, Edition 8, Zürich.
Erzählung “Bananenwissen” im Lügenband. Geschichten zur Ausstellung ‹Bschiss!› im Museum Liestal.
Porträt “Die Sammlerin der Seelen” im Band bester Reportagen aus drei Jahrzehnten in “Zeitbilder”, NZZ-Verlag, Zürich.
Über andere:
Interviews und Porträts von Persönlichkeiten aus Kunst und Politik: Friedrich Dürrenmatt Link (Radio Free Europe), Andrej Sinjawskij (Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, TAZ), Yilmaz Güney (Basler Zeitung, Berner Zeitung), Andrej Tarkowskij Link auf Youtube: ab der 3.min (Tages-Anzeiger-Magazin, Libération, Frigidaire, Construire, Frankfurter Rundschau), Sergej Kowaljow (Tages-Anzeiger-Magazin), Libuse Monikova (Tages-Anzeiger-Magazin), Evelyn Glennie (Die Weltwoche) u.a..